U2, Bono – oder: Musik, die sich für den Wandel einsetzt.

U2, Bono – oder: Musik, die sich für den Wandel einsetzt.

Bono und U2 sind mehr als eine Rockband – sie sind Aktivisten. Denn über ihre Musik, ihre Songtexte und ihr öffentliches Auftreten aktivieren sie Menschen für anderen Menschen und Konflikte einzutreten, die drohen in Vergessenheit zu geraten. Das haben sie auch beim diesjährigen Superbowl eindrucksvoll mit ihrem letzten Release gezeigt: der Song „Invisible“ enthält nicht nur eine wahnsinnig ansteckende Botschaft, auch wurde er zeitgleich zum Auftritt kostenlos veröffentlicht. Damit iTunes und die Bank of America die über 3 Millionen Downloads in ein finanzielles Engagement für die Aids-Hilfe umwandeln können. Kaum jemand versteht es so gut wie Bono, die Brücke zwischen der eigenen Persönlichkeit und Berufung, der Wirtschaft und dem notwendigen Wandel in der Welt zu schlagen.

Bono (Paul David Hewson) entdeckte sein musikalisches Talent bereits mit 15 Jahren, seine Band U2 trat erstmals 1978 öffentlich in Erscheinung. Seitdem nutzen sie ihre Bekanntheit konsequent für politische und soziale Zwecke. Ihr Hauptanliegen: Afrika, Aids und der Schuldenerlass für Länder der „Dritten Welt“. Ihr stärkstes Mittel ist die Musik, die Menschen mobilisiert und damit auch eine enorme Kraft freisetzt den Druck auf Menschen an der Macht zu verstärken. So sind bereits mit Unterstützung von Bono einige weltumspannende Initiativen entstanden, wie die Konzertreihen „4664 – Free Nelson Mandela“ und „Live8“, oder auch die sehr erfolgreiche Product(red) Initiative in den USA, die mit ausgewählten Global Brands kommerzielle Produkte etabliert, um aus dem bewusst generierten Profit den Kampf gegen Aids zu finanzieren. Bono wurde in den 90ern sogar als Chef der Weltbank ins Gespräch gebracht.

Kritiker werfen ihm stets eine gewisse Scheinheiligkeit vor: er sei unglaubwürdig, da er selbst wahnsinnig viel Geld verdiene und selbst von seinen Engagements profitiere. Auch Bono hat sich dieser Fragen in den 1980er Jahren in einer Identitätskrise gestellt: ist es Heuchelei, wenn ein Reicher sich sozial engagiert?

Es ist okay, eine zynische Meinung über Rockbands zu haben. Und ich denke, es ist ganz besonders gut, eine zynische Meinung über Rockbands zu haben, die so etwas tun, was U2 tun. […] Die Leute denken, ich will die Welt retten, eigentlich will ich nur meinen eigenen Arsch retten! Kein großes Theater. Ich bin nicht auf einer Mission, die Welt zu retten. […] Ich habe den tollsten Job der Welt, und dafür werde ich total überbezahlt. […] Wenn man Geld spendet, ist das nicht so einfach, wie es aussieht. Das ist ein 24-Stunden-Job. Ich bin Musiker und versuche, das Richtige zu tun. Was ich mit meinem Geld mache, ist meine Privatsache. Wenn ich sagen würde, was ich damit mache, würde es mich nur weiter an den Punkt bringen, wo die Leute mich sehen wollen. Ich bin entweder ein Heiliger oder ein Sünder. Niemand glaubt, dass ich ein ganz normaler Mensch bin.[i] Bono

Meine Meinung: Bono ist für mich ein mehr als glaubwürdiger Vertreter engagierter Change Leader. Er hat bereits sehr früh erkannt, was seine wahre Bestimmung ist und stellt seine Aufmerksamkeit, seine Songtexte und Konzerte stets in den Dienst der Menschen – das durfte ich selbst einmal vor einigen Jahren in Paris erleben. Zudem ist er tiefgründig und betreibt aktiv Bewusstseinswandel: insbesondere für diejenigen, die vergessen werden oder drohen in Vergessenheit zu geraten. Er erlebt die Welt als eins. Und: Bono redet nicht, Bono macht einfach, damit geht er voran und zeigt anderen Menschen einen Weg auf. Aber auch, wenn er redet, erlebe ich ihn als sehr authentisch – denn seine Worte berühren ihn selbst zutiefst und sprechen ihm wahrlich aus dem Herzen.

 


[i] Wikipedia/Interview in der amerikanischen Zeitschrift Smash Hits

Photo by James D

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