Wer sind Sie – ein Hühneradler?

Wer sind Sie – ein Hühneradler?

Wöchentliche Inspirationen aus meinem neuen Buch „Change Leader inside“

„Es war einmal ein Indianer, der lebte im Norden Amerikas, dort wo die großen Wälder, die hohen Berge und weiten Graslandschaften sind. Jedes Jahr wanderte der Indianer von Norden nach Süden und von Süden nach Norden. Auf einer Wanderschaft kam er zu einer Hühnerfarm. Als er sich genauer umsah, entdeckte er mitten in der Hühnerherde einen Adler, der sich seltsam bewegte und pickte und scharrte wie die anderen Hühner. Beim Anblick dieses Hühneradlers spürte der Indianer einen Schmerz in seinem Herzen. Er ging zum Farmer, bat um ein Glas Wasser und wollte ihm den Hühneradler abkaufen. Mit der Bemerkung: „Endlich bin ich dieses nutzlose Vieh los! Er frisst nur mein Futter und legt keine Eier!“ schenkte der Farmer dem Indianer das Tier. Der Indianer bedankte sich und nahm seinen neuen Freund liebevoll auf seinen Arm.

Der Indianer sang ihm Lieder, erzählte Märchen und Geschichten von den großen heiligen Vögeln und was seine Stammesbrüder mit den Adlerfedern machen. Langsam, ganz langsam wurden sie Freunde, der Indianer und der Hühneradler. Und so überlegte er, wie er seinem Freund helfen konnte, sich daran zu erinnern, dass er kein Huhn, sondern ein Adler war. Einige Tageswanderungen entfernt gab es einen hohen Berg, dessen eine Seite in einer sehr langen Steilwand abfiel. Und dorthin musste er ihn bringen, damit der Hühneradler sich wieder in einen echten Adler verwandelte. Einige Tage und Nächte wanderte der Indianer. Endlich, an einem heißen Sonnentag im Sommer erreichte er die Spitze des Berges. Eine Nacht noch, bis zum nächsten Mittag wollte er warten, um seinen Freund gut vorzubereiten für den großen Augenblick des Abschieds. Lange saß er in der Nacht, seinen Adlerfreund im Arm. Alles war still und er betete. Über ihm der Mond und die Sterne.

Am nächsten Morgen ging der Indianer wieder mit seinem Freund zu der Stelle, von der aus er ihn weit hinaus in den Abgrund werfen würde. Alles war gut. Die Sonne stand hoch am Himmel, der Wind war günstig. Und ganz zärtlich, mit Wehmut und Zuversicht im Herzen, nahm er Abschied von seinem Freund und streichelte behutsam die wunderschönen Adlerfedern. Dann drehte er sich einige Male schnell um seine Achse, sammelte seine ganze Kraft und warf das herrliche Tier weit und hoch hinaus. Und voller Angst sah er, wie sein Freund tiefer und tiefer fiel – wie ein Stein. Manchmal sah er den Ansatz eines ungeübten und taumeligen Flatterns, wieder und wieder und noch einmal, schon weit unten in der Tiefe und fast verloren. Dann. Endlich. Die Flügel des großen Vogels breiteten sich aus und hielten, waren stark genug. Getragen vom Aufwind zog der Adler erst kleine, dann immer größere Kreise, so sicher, fest und stark. Oben tanzte und lachte und sang der Indianer voll Freude. Nach einer Weile näherte sich der Adler seinem Freund. Mit einer Adlerschwinge streifte er fast das Kopfhaar so, als wollte er sich auf diese Weise bedanken und verabschieden. Und nicht lange darauf war er verschwunden im weiten Himmel. Der Indianer kniete nieder.“[i]

 

Welcher Hühneradler sind Sie?

Lassen Sie es uns gemeinsam herausfinden mit dem Integralen Inneren Kompass. Er ist das Werkzeug, das Ihnen auf kompakte Art und Weise auf dem Weg Ihrer Bewusstseinsentwicklung von 5.0 über 6.0 zu 7.0 und darüber hinaus Orientierung geben wird. Gehen wir auf Ihre „Integrale Expedition“ und finden die Möglichkeiten und Potenziale, die sich daraus ergeben für Sie und die Gesellschaft um Sie herum.



[i] Aggrey J. und Erlbruch, W. (1998): Der Adler, der nicht fliegen wollte, Peter Hammer, Wuppertal ist das Original der Geschichte, das in diese Form abgewandelt wurde von einer unbekannten Quelle

Photo by Stefan Götz

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