Wieso „Orange 5.0“ Strategische Organisationen aussterben

Wieso „Orange 5.0“ Strategische Organisationen aussterben

Wöchentliche Inspirationen aus meinem neuen Buch „Change Leader inside“

Viele Unternehmen operieren heute auf der Bewusstseinsstufe von orange 5.0 – dem Konkurrenzbewusstsein – und das teilweise noch mit großem finanziellen Erfolg, auch wenn Teile der Gesellschaft beispielsweise auf der Stufe der LOHAS – Lifestyle of Health and Sustainability – also auf der grünen 6.0-Ebene von Gleichheit und Gemeinschaft – angesiedelt sind. Sie operieren auf der Basis von Wachstum, dem Gewinnen vs Verlieren und dem Finden der rational besten Antwort. Unseren Wohlstand in den Industrienationen verdanken wir diesem Denken, dass Wachstum unbegrenzt scheint und Ressourcenverbrauch eher ein ökonomisches als ökologisches Thema sei. Unternehmen werden durch strategische Pläne bestimmt, durch Management by objectives gesteuert (übrigens ein Konzept von Peter Druckers aus den 50iger Jahren), durch Matrixorganisationen geführt und durch Controlling in engen Erfolgsbahnen gelenkt. Doch die Grenzen dieses Denkens sind die Ressourcen: finanzielle Ressourcen (shareholder value), human Ressourcen (war for talents und burn-out rates), Rohstoffe (begrenzter Zugriff auf Rohstoffe in politisch schwierigen Ländern) oder Umweltressourcen (Globale Erwärmung, Plastikmüll im Pazifik, Aussterben von Pflanzen, Tierarten oder anderen Lebewesen), um nur einige zu nennen. Tendenzen dieses Bewusstseins finden wir in strategisch geführten Großkonzernen, wie z. B. bei Apple, Mercedes, Audi oder BMW.

Doch junge Führungspersonen, wie z. B. die Young Global Leaders, handeln bereits mit Wertesystemen und Kompetenzen aus einem gelben 7.0 oder türkisen 8.0 Bewusstsein und verkörpern damit den Sprung zum sogenannten Second Tier-Bewusstsein 7.0, das das Potenzial hat, globalen Herausforderungen wirksam zu antworten:

  • Der globale Klimawandel schafft ungeahnte Gewinner und Verlierer mit gigantischen geopolitischen Verschiebungen und möglichen Kriegen um Wasser, wie z. B. im Himalaja.
  • Tradierte Machtpositionen werden durch das offene, vernetzte Internet über Nacht ausgehebelt (Arabischer Frühling).
  • Ressourcen an edlen Metallen werden immer geringer und konzentrieren sich auf wenige Länder weltweit mit neuen Machtverhältnissen (z. B. China).
  • Die Schere zwischen Arm und Reich (auch innerhalb der EU) wird immer größer und produziert ein immenses Potenzial für gewaltbereiten Wandel.
  • Die Komplexität der Herausforderungen nimmt immer mehr zu, vor allem weil sich fortlaufend mehr Interdependenzen ergeben.

Jetzt stellen Sie sich bitte ein orange 5.0-Unternehmen vor, das mit seiner ganzen Kultur in dem linearen Denken und scheinbar erfolgreich feststeckt in einer Welt der globalen Herausforderungen, in einem brutalen Verdrängungswettbewerb und einer exponentiell steigenden Veränderungsgeschwindigkeit und der Unvorhersagbarkeit der Zukunft. So ein Unternehmen riskiert langfristig selbst schleichend Burn-out zu gehen, weil die Konzepte, Methoden und Werkzeuge für Führung, Strategie, Kommunikation und Kultur „outdated“, nicht mehr adäquat sind. Das Leben findet schlicht auf einem anderen Spielfeld statt. Es ist so, als wollten sie mit der Technologie des 19. Jahrhunderts die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern. 5.0 Unternehmen sind dann schlicht erfolglos und auf Dauer Burn-out in 7.0 Märkten. Ist es nachvollziehbar für Sie, in welcher Gefahr wir uns wirklich befinden? Aber: Diese Gefahr ist hausgemacht und das ist die gute Nachricht.

Wenn wir aus der Zukunft führen wollen, in einem 7.0-Bewusstsein von Essenz und Aufrichtigkeit für das höchstmögliche Potenzial der Organisation, der Mitarbeiter, unserer Familie, unserer Freunde und für das große Ganze, dann ist jetzt ein Punkt erreicht, uns auch ganz und gar aufrichtig zu zeigen und zu wirken, also authentisch zu sein. Ich denke dazu an den aufrüttelnden Satz von Mark Twain: In zwanzig Jahren wirst Du mehr enttäuscht sein von den Dingen, die Du nicht getan hast, als von den Dingen, die Du getan hast. Also wirf die Leinen los. Verlasse den sicheren Hafen. Lass den Passatwind in Deine Segel wehen. Erforsche. Träume. Entdecke.“

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