Konkurrenzdenken, ein Auslaufmodell?  Kooperationsdenken, das bessere Unternehmerische Prinzip?

Konkurrenzdenken, ein Auslaufmodell? Kooperationsdenken, das bessere Unternehmerische Prinzip?

Wöchentliche Inspirationen aus meinem neuen Buch „Change Leader inside“

Wann haben Sie das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

Stellen Sie sich mal Folgendes vor: Im US-Bundesstaat Oregon gibt es eine Stadt, in der Autohäuser überall verteilt sind und deren Umsätze sind durchschnittlich. Und dann gibt es eine andere Stadt mit einer Automeile. Ein Autohaus neben dem anderen. Eigentlich eine Horror-Vorstellung für jeden Autoverkäufer, oder? Aber genau da sind die Umsätze überdurchschnittlich. Hier werden die Kunden zu dem Nachbar-Autohaus geschickt, wenn genau das Auto, was sie wirklich brauchen, eben dort ist. Was für ein Unterschied! Hier geht es nicht darum, das Geld des Kunden zu bekommen, sondern was die beste Lösung für den Kunden ist. Ist das nicht eine völlig andere Haltung? Und was glauben Sie, wie fühlt sich der Kunde? Und wem wird dieser Kunde davon erzählen? Hat das nicht viel mehr Sinn und haben da nicht alle mehr „nachhaltigen“ Erfolg?

Was hat uns also das Konkurrenzdenken bisher gebracht?

Es hat weltweit das Prinzip der Unabhängigkeit und „Der Bessere gewinnt“ zu seiner höchsten Entwicklungsstufe gebracht, mit dem impliziten Impuls für den nächsten Schritt im Businessdenken. Es hat Gewinner und Verlierer auch innerhalb von Unternehmen, zwischen Abteilungen und Bereichen hervorgebracht mit enormen Opportunitätskosten, die nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erscheinen. Es hat die Burn-out-Raten in die Höhe schnellen lassen, weil Gewinnen alleine kein sinnvolles Ziel ist, für das sich Menschen langfristig wirklich einsetzen. Es hat die neuen kreativen Potenziale vernachlässigt, denn wenn wir gewinnen, glauben wir, wir hätten alles richtig gemacht, und hinterfragen uns nicht mehr. Es hat das Mangeldenken gefördert, denn wir glauben, es ist nicht genug für alle da und genau deswegen versuchen wir unnötigerweise mit immer besseren Waffen um den gleichen Kuchen zu kämpfen, anstatt einfach einen weiteren zu backen. Ich erinnere an Renée Mauborgne & Chan Kim, Bestseller-Autoren der „Blue Ocean Strategy“: „Der beste Weg den Konkurrenzkampf zu gewinnen, ist damit aufzuhören.“

Was könnte uns das Kooperationsdenken an neuen unternehmerischen Potenzialen bringen?

Wohl eine Rückbesinnung auf die eigenen Talente, Missionen und Visionen, mit denen erst ein nachhaltiges Wirtschaften möglich ist. Denn jede Mission hat ihre Wurzeln in dem Ausgleich von Ökologie, Ökonomie und Sozialem, weil es auf der Essenz des Menschseins basiert, dem Herz und der Liebe. Und eine Verlagerung des Fokus: Von „Wie können wir unseren Wettbewerber schlagen?“ hin zu „Wie können wir kreativ und unternehmerisch unsere eigenen Talente und Potenziale entfalten für sinnvolle, nachhaltige, unternehmerische Lösungen?“ Dafür motivieren sich Menschen täglich mit Leib und Seele. Sinnvolle, innovative Businessmodelle, die wir zusammen mit unseren Konkurrenten kreieren – nicht gegen sie, weil jeder seine Kernkompetenzen weiterentwickeln kann und damit in seiner Positionierung für die Kunden weiterhin glasklar ist. Nur so können sie als starke Partner auf Augenhöhe unabhängig und vernetzt sein für die Herausforderungen der Zukunft. Dazu kommt ein beeindruckendes Hochleistungs-Team von Führungspersonen innerhalb und außerhalb des Unternehmens, das eine Energie und einen Potenzial-Raum für Mitarbeiter erzeugt, in dem sie kreativ, innovativ und nachhaltig unternehmerisch wirken wollen und nicht müssen. Eine Unternehmenskultur, die lernfähig, flexibel, inspirierend, freudvoll und nachhaltig erfolgreich ist, da die Menschen sich im Unternehmen entwickeln und entfalten wollen. Und damit entwickelt sich auch das Unternehmen.

> Artikel im Forum Nachhaltig Wirtschaften, 24.10.2011

 

Einen Kommentar hinterlassen

*

*

*Pflichtfelder Bitte prüfen Sie die Pflichtfelder

MEIN NEUES EBOOK

UPDATE YOURSELF

By signing up, you agree to our Terms of Service and Privacy Policy.

Archiv